Der Stand der Dinge

Über einen internationalen Architektenwettbewerb wurde Anfang 2006 das städtebauliche Konzept des japanischen Architekten Kazunari Sakamoto als Grundlage für die Werkbundsiedlung Wiesenfeld ausgewählt. In einem zweiten Schritt erarbeiten zwölf ebenfalls über den Wettbewerb ausgewählten Planungsteams Testentwürfe für die einzelnen Haustypen der Werkbundsiedlung.

 

Das städtebauliche Konzept für die Werkbundsiedlung wurde dann durch das Büro Sakamoto auf Basis der in den Testentwürfen gewonnenen Erkenntnisse fortentwickeln. Dabei wurde auch eine wirtschaftliche Optimierung erreicht. Den letzten Planungsstand vom Juni 2007 finden Sie hier: download pdf

 

Der Gestaltungs- und Projektbeirat der Werkbundsiedlung Wiesenfeld konnte in einer Sitzung im Juli 2007 feststellen, dass der Entwurf bei der Planüberarbeitung seine Qualitäten behalten hat und das Konzept nun eine tragfähige Basis für die Realisierung bietet. In Ergänzung der Arbeit an städtebaulichen und architektonischen Fragen startete der Werkbund gemeinsam mit den Bauherren Qualitätsprojekte in vielfältigen Bereichen.

Ziel war beispielsweise der frühzeitige Aufbau einer funktionierenden Nachbarschaft in der Werkbundsiedlung, um sie zu einem lebendigen, attraktiven Wohnquartier werden zu lassen. Es wurde überlegt, welche organisatorischen und baulichen Voraussetzungen für die Erreichung dieses Ziels notwendig sind.

Ein weiteres Ziel waren gut gestaltete und handwerklich gut gemachte Möbel, ein wichtiges Merkmal der historischen Werkbundsiedlungen. Hierzu sollte eine Kooperation von Schreinern die Möbelentwürfe von Architekten umsetzen und dann den zukünftigen Mietern der Werkbundsiedlung die in Kleinserien hergestellten Möbel zu einem mit Massenwaren konkurrenzfähigen Preis anbieten. Für weitere Qualitätsprojekte gab es eine Vielzahl von Ideen. Fachdiskussionen auf den Werkbundtagen begleiteten die Planung. Dabei wurden soziale und demographische Fragestellungen ebenso behandelt wie technische und gestalterische Themen.

Im Oktober 2007 lehnte der Münchner Stadtrat mit den Stimmen von Oberbürgermeister Ude, SPD und Bündnis 90 / Die Grünen / RL den Antrag der Stadtbaurätin Dr. Elisabeth Merk ab, den städtebaulichen Entwurf von Kazunari Sakamoto der weiteren Planung zugrundezulegen. Gleichzeitig gab er einen neuen Wettbewerb mit einem wesentlich über das Gelände der Luidpold-Kaserne hinausgehenden Umgriff in Auftrag. Damit wird es keine Werkbundsiedlung auf dem ehemaligen Kasernenareal geben. Die Arbeitsgemeinschaft Werkbundsiedlung München beschloss daraufhin im November 2007 ihre Auflösung.