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Grundriss – Gebrauch des Raums
28. Juli 2006

St. Barbara, Infanteriestraße 15, München
Angrenzend befindet sich das Gelände Werkbundsiedlung Wiesenfeld

Die Wohnung ist mehr als ein Behälter für Menschen, Möbel und Gerät: Durch ihren Besitz, ihre innere Gliederung, die Rollen und Rechte, die sie abgrenzt, ist sie das Symbol schlechthin für privates Leben. Dem Wohnungsbau in der Stadt sind durch die Siedlungsdichte und die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten und Kulturen viele Probleme aufgebürdet. Der Entwurf eines Wohngebäudes hat zumindest den Anspruch, diese durch verschiedene Grundrisstypen, welche die individuellen Bedürfnisse der künftigen Bewohner voraussehen, zu lösen. Aber was charakterisiert einen guten Grundriss? Ist es die vorbildliche Nutzung der gegebenen Situation und des verfügbaren Geldes? Kommt es heute angesichts spezifischer Lebensmuster eher auf die räumliche Qualität als auf typenspezifische Grundrisse an? Garantiert der Grundriss das Recht des Individuums auf Zurückgezogenheit?

Welche architektonischen Mittel erreichen die Differenzierung von individuellen und kollektiven Wohnräumen? Auf der Suche nach Wohnkonzeptionen mit Modellcharakter möchte der Werkbund diese Fragestellungen anhand des Sakamoto-Projekts diskutieren. Wo müssen wir weiterarbeiten?